Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss

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Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss

Alemannia Aachen vs. TSV 1860 (0:2) am 23.08.2025

Am dritten Spieltag ging es in die alte Kaiserstadt Aachen. Sandra und ich reisten bereits am Vortag an, um als Vorhut die Lage zu checken. Die Deutsche Bahn machte uns im Gegensatz zur Vorsaison keinen Strich durch die Rechnung, sodass wir überpünktlich ankamen. Rein ins Hotel direkt am Bahnhof und dann noch Essen gegangen. Später dann  Peter und Eva vom Bahnhof abgeholt, mit weiteren Löwen getroffen und in die Aachener Innenstadt gegangen, wo wir dann im Hexenhof ein paar Fläschchen Wein genossen haben und uns vorzüglich über Gott und die Welt unterhalten haben.

So kam es wie es kommen musste und ich hatte am nächsten Tag einen üblen Kater. War der fies! Wir sind dann zu Fuß mit den anderen zum Stadion marschiert und dann direkt rein in den Neuen Tivoli. Da gab es dann ein großes Meet and Greet und allmählich trudelten dann auch die anderen Hauptstadtlöwen ein. Christoph hatte gleich 2 Blockfahnen dabei. Vor allem die Blockfahne der „Videotexten-Löwen“ hatte es mir angetan: Das ist ganz große Kunst. Das Gros der über 2000 Löwenfans, laut anderer Quellen etwa 2500, aber ich glaub das ist zu hoch gegriffen, stand heute im Sitzplatzbereich, so dass der Stehbereich nicht überfüllt war. Dadurch konnte der Bierverkäufer mich dann immer gut finden und ich hatte immer genug kühlen Gerstensaft. Irgendwie muss ich mich ihm eingeprägt haben, denn irgendwann meinte er nach ‚nem gekauften Bier lapidar „Bis gleich“ – wo er Recht hat, hat er recht. Wirft im Nachgang natürlich Fragezeichen bzgl. meines Konsumverhaltens auf. Drum merkt euch Kinder: „Kennt euer Limit!“

Nach einer sehr schönen Choreo der Aachener Karlsbande ging das Spiel dann los. Das Publikum machte auf beiden Seiten einen sehr lauten Support und wir haben uns die Lunge rausgeplärrt und gesungen, was ging. So muss das sein. Spielerisch ging die Mannschaft im Gegensatz zum letzten Spiel gegen Osnabrück alles etwas verhaltener an. Aachen machte von Anfang an großen Druck und wollte auf Biegen und Brechen die beiden Auftakt-Niederlagen vergessen machen. Vor allem Lorch und der Neuzugang Da Silva Kiala in der Abwehr haben mir sehr gut gefallen. Andererseits kam Aachen auch nicht zu wirklich hochkarätigen Chancen und bei den wenigen Halbchancen hatte Dähne souverän alles im Griff. Der Mann ist m.E. ein absolutes upgrade. So ging das Spiel leistungsgerecht mit einem 0:0 in die Pause. In der zweiten Hälfte ging es dann recht ereignislos weiter. Allerdings schaffte es ATSV nicht mehr den Druck der 1. Hälfte aufzubauen. In der 65. Minute tritt dann der bereits gelbverwarnte Gaudino erst Deniz weg und kurz darauf Niederlechner, so dass Aachen nach der fälligen gelb-roten Karte nur noch zu zehnt spielte. Unser TSV  erhöhte nun den Druck, so dass sich die aufopferungsvoll kämpfende Alemannia in zurückzog und aufs Kontern verlegte. Das Angriffsspiel unserer Löwen blieb weiterhin relativ ideenlos und erst in der 89 Minute hämmert der 15 Mininuten zuvor eingewechselte Hobsch den Ball ins Tor. Er kann, sah und siegte. Was haben wir gejubelt! Ekstase, Rausch, totale Erleichterung. Und während wir noch am jubeln waren, macht der ebenfalls eingewechselte David Philipp mit seinem Treffer zum 2:0 den Sack zu.

Nach dem Spiel haben wir uns noch mit anderen Löwen unterhalten und der allgemeine Tenor war „Glück gehabt“, „Dreckiger Sieg“, „Letzte Saison hätt ma so a Spiel verloren“ und so weiter. Im Nachgang muss ich inzwischen aber sagen: Es war klar, dass der ATSV alles reinwerfen wird und wir alles daran setzen müssen, dass die kein Tor schießen, denn dann wären die über sich hinausgewachsen. Glöckners Taktik kann also durchaus als gelungen betrachtet werden und seine Einwechslungen haben voll eingeschlagen. Auch wenn so ein Spiel natürlich kein spielerischer Leckerbissen ist, gilt: Löwen, ihr habt alles richtig gemacht oder um ein paar Phrasen zu dreschen: „Ein Spiel dauert 90 Minuten“, „Das Runde muss ins Eckige“ und vor allem „Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss“.

Tschau derweil

Aron

Text Aron Dornauer, Bilder Sandra Cremer & Hannes Eder

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