TSV 1860 München vs. SV Wehen Wiesbaden (0:0), 14.03.2026
Mai 2025 gegen Aue – tatsächlich war es schon so lange her. Wie vergingen die Monate doch so rasch mit den Löwen im heimischen Valentin. Nun wurde es aber mal wieder allerhöchste Zeit! Das passende Spiel war ausgesucht, die liebe Sandra besorgte eine Karte für die West. Die Atmosphäre dort kennt und liebt Ihr alle, und sie ist doch auch kaum mit Worten zu beschreiben. Für mich „Rucksacklöwen“, der zwar in der Ferne jung vom TSV geketscht wurde, aber erst als älterer Herr das Grünwalder von innen gesehen hat, stets noch neu und wunderbar.
Kalt war es in München an diesem Samstag. Und je näher der Anstoß rückte, desto mehr gesellte sich ein feiner Nieselregen dazu – und blieb. So ließ ich die „Tailgate-Party“ unserer Ultras am Candidplatz aus und lief direkt zum Kastaniengarten am ansonsten fast blau-verwaisten Grünspitz.
Der Gastraum des „KaGa“ bietet tatsächlich noch weniger Sitzplätze als unser eigentliches Stüberl in Kreuzberg. Aber wer schon mal dort war, weiß, dass hinterm Tresen eine unscheinbare Holzschiebetür (man beachte die Duplizität mit dem Valentin!) eine schöne Option freigibt.
Der Biergarten würde bei den schicken Gardening-Design-Dödeln im TV sicher völlig durchfallen, ist aber liebst gestaltet und bietet einige Sitzplätze, u. a. einen riesigen, umlaufend bebankten Stammtisch. An diesen wurde ich von Löwenfans nett zum „Hi’hockn“ aufgefordert, bappte einen HSL-Kleber zu denen anderer Fanclubs und wurde dann gewohnt interessiert zu uns Berliner Exoten ausgefragt.
Überhaupt die Kleber: Ich habe mich unter der Woche aus unserem (übrigens noch prall gefüllten) Vorratsregal im Valentin ausgestattet und diese vor Ort auch gern gut verteilt. Dadurch ergaben sich viele tolle Gespräche und jeder 60er, der nach seinen Worten „ab und zu in Berlin“ ist, wurde herzlich zu uns ins Valentin eingeladen.
So auch nach dem Abpfiff, als mich Einer mit „Du bist Berliner? Ich auch“ ansprach. Wir tauschten also im Pulk beim Ausmarsch aus der West blind unsere Kleber. Und als ich später an der Security in MUC meine Taschen leerte und den Inhalt in die Plastikwanne legte, sah ich, dass ich von ihm einen BFC-Dynamo-Aufkleber bekommen hatte. Ich denke nicht, dass er uns besuchen wird.
Die letzten zwei „Arm aber 60“-Sticker bin ich in der S1 losgeworden. Ich musste in Eching aus-/umsteigen und traf dann dort auf zwei fröhliche Mittvierziger in voller Löwenkluft. Die beiden hatten vor lauter „Vorglühen“ in den üblichen bekannten Giesinger Boazn tatsächlich irgendwie versäumt auch mal ins Stadion zu gehen. Geil, „zu viele Gin-Tonics“ waren wohl die Ursache.
Ach ja, das Spiel! Ich denke, niemand von Euch erwartet an dieser Stelle (bei den HSL) eine fundierte sportliche Abhandlung der 90. Min. – egal wer von uns schreibt. Zumal ja (laut unserem verehrten Gerd aus der Hochrhön) der Autor dieser Zeilen ohnehin „vom Fußball keine Ahnung“ habe.
Dennoch: m.E. wurde besonders in den letzten 20 Min vom TSV ein erfrischendes (noch?) nicht erfolgreiches „Kick-and-Rush“ gespielt. Unglücklicherweise brachte jeder unserer Angriffe umgehend auch einen Konter der Südhessen hervor. Auch diese zweiten Bälle öfter zu kriegen, sollte künftig unser Hauptaugenmerk sein. Beim glänzend aufgelegten, aufmerksamen Goalie Thomas Dähne durften wir uns da ein ums andere Mal bedanken.
So war das Unentschieden gegen Wiesbaden am Ende doch gut. Im Aufstiegsrennen bleiben wir – wieder amoi – zwischen Fisch und Fleisch. Jetzt kommen aber noch die richtigen Bucker …
Danke an Sandra und ihre bekannte und beliebte Oberlandlöwen-Crew für die gewohnt liebe Aufnahme! Superschön war es wieder.
Text und Bilder: Tommi Köpnick







