TSV 1860 München vs. TSV Landsberg (1:1)
Nur knapp zwei Monate sind erst seit der historischen MV vergangen – wie rasant hat sich unsere Löwenwelt seitdem verändert. Zum besten im Rahmen der Möglichkeiten wie ich finde. Alle (teils unverhofft) gebotenen Chancen wurden von e.V.-Seite erfolgreich ergriffen, alle hanebüchenen Angriffe der HAM-Seite erfolgreich abgewehrt (Nicolai ♡). Danke dafür, Vorstand, Präsidium und vor allem den treuen Fans.
Durch eine unerwartet gute TV-Versorgung konnten wir in Berlin bislang auch von der Ferne aus direkt Anteil an der hoffnungsvollen Entwicklung unserer ersten Mannschaft nehmen. Die sich von Match zu Match verändernde Spielkleidung bildete diese zusätzlich gut ab.
Seit Monaten plante unsere West eine besondere Choreo zum 60jährigen Meisterschaftsjubiläum – zum DFB-Pokal gg Kiel war dann der perfekte Moment dafür gekommen. Deutschlandweit war diese grandiose, stadionübergreifende, weiß-blaue Oper zu bestaunen!
Sie erwischte mich in einem Regionalzug auf einer dreistündigen Fahrt von Trutnov/Trautenau zurück nach Prag auf einer Studienreise der Seligergemeinde. In Prag traf ich übrigens Franz Maget, unseren ehem. Vizepräsidenten, mit dem ich mit einem Urquell „auf die Löwen“ anstieß. Ich reichte im Zug das Telefon mit der bekannten Endlosschleife der Stadiontotale denjenigen Teilnehmern unserer Reisegruppe weiter, die auch mit dem TSV halten. „Deutscher Meister, deutscher Meister, deutscher Maaaiiister TSV…“. Und ich schämte mich meiner Tränen vor den Mitreisenden nicht. Bravo Sechzge-Ultras, so schön!
Landsberg am Lech war mir als Nicht-Bayer namentlich nur durch das dortige Gefängnis bekannt, wo sich zu ihrer Zeit eher privilegiertere Häftlinge wie Hitler und Heß, Hoeneß und Heinzi eine Weile aufgehalten haben. Nun sollte es also gegen den TSV Landsberg in der Regionalliga gehen.
Insgeheim hatte ich mit einem Löwen-Torfestival gerechnet; ein 7-0 hatte ich mir herbei fabuliert. Man musste aber rasch feststellen, dass der tagesaktuelle Vorletzte über eine eingespielte Mannschaft verfügt, die sich von unserer prächtigen heimischen Kulisse leider wenig beeindrucken ließ.
Das Spiel wird in unserer gewohnt kritischen Community teils als „Rückschritt“ bezeichnet. Das ist m.E. aber unhaltbar. Und auch sehr unfair unserer neuen „Mehrgenerationenmannschaft“ ggü. Alper hat sie auch danach klar verteidigt.
Was bleibt nach diesem tollen Sonntag? Zwei Elfmeter brachten das Ergebnis, wir bleiben ungeschlagen und der Einsatz unserer Spieler war engagiert. Der Schiri hat aus unserer meist fernen Perspektive von der West aus „natürlich stets gg uns“ entschieden. Vitus Eicher hält Unhaltbare wie Hiller, und Liebe und Zuspruch kennt keine Liga.
Und da waren ja noch die schönen, unbezahlbaren Kontakte! Mich zieht es stets in den KaGa, wo ich als älterer Herr auf junge Ultras von den BBF, aber auch stets auf meinesgleichen treffe. Und dort bereits (m.E. angenehm) wiedererkannt werde. Auch in der witzigen Truppe um Sandras Oberlandlöwen fühle ich mich längst löwenwohl. Ein sehr netter Namensvetter wurde mir vorgestellt und umgehend zu uns ins Stüberl eingeladen. Aber selbst unseren „Ground“ hatte dieser Allesfahrer schon. Ein dufter Tüp, wie es in der Hauptstadt heißt.
Nach dem Spiel lief uns noch unser heimaturlaubender Heavy-Metal-Löwe Tim am Grünspitz über den Weg. Und als ich kaputt um Mitternacht in mein Friedenauer Bett fiel, dachte ich: weniger anstrengend und bequemer wäre es heut schon im Valentin gewesen, aber „shit, war dit wieda geil jewesn in diesit Sächzga-Stadion!“.
Heute 18.60 Uhr Pokal!
(Text & Bilder: Thomas Köpnick)




